Deichabschnitt Gorinchem erreicht im Dezember erforderliche Deltastärke

Die Arbeiten am 3,4 Kilometer langen Deichabschnitt Gorinchem verlaufen planmäßig. Laut Koot van Bavel, Projektleiter beim Polderbezirk Tieler- en Culemborgerwaarden für diesen Deichabschnitt, können die erforderliche Deltastärke und -höhe im Dezember erreicht werden. Das erste Halbjahr 1997 dient dem Feinschliff: dem Bau der Auf- und Abfahrten und der Fahrbahnbefestigung mit Schotter und Asphalt.

Archäologische Forschungen in der Burg der Herren von Arkel im Wijdschild in Gorinchem

Archäologische Forschungen in der Burg der Herren von Arkel im Wijdschild

Das Baukonsortium Mourik-Koop arbeitet derzeit überwiegend außerhalb des Deichs über die gesamte Länge des Deichs, um die Verstärkung und Erhöhung vorzunehmen. Van Bavel: „Wir versuchen, die Lehmhänge außerhalb des Deiches vor dem Winter zu besäen. Es wäre schön, wenn dort vor dem Wintereinbruch Gras wachsen würde. Aber in dieser Hinsicht müssen wir abwarten, was die Natur macht.“

Beim Fort Vuren sind die Betonarbeiten für den U-förmigen Trog zwischen dem alten Graben und der Schleuse in vollem Gange, der den wertvollen landschaftlichen und kulturhistorischen Charakter dieses Deichabschnitts erhalten soll.

Stagnation

Zwischen der Dalemse Zeiving und der Beatrixlaan wurde der Außendeich inzwischen fast auf die erforderliche Höhe angehoben. Mit dem Aufbringen der Basalt- und Basaltbeton-Hangabdeckung wurde hier bereits begonnen. Innerhalb des Deiches kommt es zu einem gewissen Stillstand der Arbeiten. Dies liegt daran, dass Kabel und Rohre hier nicht rechtzeitig umgeleitet werden können.

Die neuen Kabel und Rohre müssen in den vom Polderbezirk vorübergehend genutzten Arbeitsstreifen am Fuße des Deiches verlegt werden. Einige Anwohner des Deiches haben Einwände gegen die Bauarbeiten auf ihren Grundstücken. Die Energieversorger versuchen, schnellstmöglich eine Lösung mit den Beteiligten zu finden.

Verlassen

Vor Kurzem wurde mit dem Einrammen der Stahlspundwände senkrecht zum Deich an den sogenannten „Überläufen“ begonnen. Diese Spundwände müssen die Abflussöffnungen der Überlaufrinnen begrenzen, wenn bei einem Deichbruch Wasser aus dem Polder in die Waal zurückfließt.

Wohnhügel

Die Sand- und Lehmhügel für den Wiederaufbau der Häuser innerhalb und außerhalb des Deiches wurden inzwischen errichtet. Der Polderbezirk kann jedoch noch keine Aussage darüber treffen, wann die Bewohner mit dem Bau beginnen können. „Zuerst müssen wir die Setzung der aufgebrachten Lehm- und Sandmasse abwarten. Ein solcher Hügel muss eine Weile liegen, damit die größte Setzung bereits erfolgt ist, bevor mit dem Wiederaufbau begonnen wird“, sagt Van Bavel.

Sperren

Der endgültige Plan für die Renovierung der Entwässerungsschleuse in Dalem, die Teil des geschützten Stadtbildes von Gorinchem ist, wird diesen Monat vom Koordinierungsausschuss für Deichverbesserungen (CCD) von Südholland bewertet. Ziel ist es, den Plan bis Ende dieses Jahres ausschreibungsreif zu haben, so dass mit der Umsetzung Anfang 97 begonnen werden kann.

Archäologische Forschungen in der Burg der Herren von Arkel im Wijdschild in Gorinchem

Archäologische Forschungen in der Burg der Herren von Arkel im Wijdschild

Überreste der Burg

Beim Ausheben der Überschwemmungsgebiete östlich der Stadtmauer mit dem Ziel, ein sumpfiges Naturschutzgebiet zu schaffen und so die durch die Deichverbesserungen verloren gegangenen Naturwerte zu kompensieren, stieß das Polderviertel auf Fundamentreste.

Ein Amateurarchäologe, der zuvor an Ausgrabungen im Inneren des Deiches beteiligt war, entdeckte, dass es sich um den ehemaligen Schloss der Herren von Arkel, damals Chef von Gorinchem. Diese Burg wurde im 15. Jahrhundert vom Grafen von Holland zerstört. Der Schutt wurde im damaligen Burggraben abgeladen.

Bei Grabungsarbeiten im Jahr 1977 waren bereits Überreste im Inneren des Deiches gefunden worden. Diese Überreste vermittelten allerdings keinen Eindruck von der Größe der Burg. Die nun gefundenen Überreste zeigen, dass die Burg erheblich größer war als bislang angenommen.

Der Polderbezirk hat dem Archäologenteam einen Kran zur Verfügung gestellt, um das Gelände weiter abzukratzen und die Grenze des ehemaligen Burggeländes zu bestimmen.

Forschung

Die Grabungsarbeiten beschränken sich auf diese Erkundung des Geländes. Darüber hinaus wurden auch einige Luftaufnahmen gemacht. Die Untersuchungen haben nun ergeben, dass es sich bei den gefundenen Burgresten nicht um die Hauptburg, sondern um die sogenannte Vorburg handelt. Im Mittelalter befanden sich hier die Residenzen des Personals der Adelsfamilie Van Arkel.

Der Polderbezirk hat den Nationalen Dienst für Archäologisches Erbe (ROB), der an der Untersuchung beteiligt war, um den Umgang mit den Funden gebeten. Laut Van Bavel könnte der Rat des ROB dazu führen, dass der ursprüngliche Plan für das Gelände – ein Gewässer mit Schilf – geändert wird.

Sollte eine Planänderung notwendig sein, werde der Polderbezirk die Initiative ergreifen. Van Bavel: „Wir wollen verantwortungsvoll mit dem umgehen, was wir jetzt gefunden haben.“ Er betont, dass die archäologischen Untersuchungen und die Funde derzeit keine Auswirkungen auf die Planung der Deichverstärkung bei Gorinchem hätten.

Veröffentlichung des Polderbezirks Tieler- und Culemborgerwaarden
17. September 1996
Kompass aktiv

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