Machbarkeitsstudie für das Hotel Buiten de Waterpoort

Hotel-Machbarkeitsstudie Buiten de Waterpoort, Überblick über die Mauer bleibt in Richtung Südosten

Überblick über die Mauerreste Richtung Südosten

Im Oktober 2017 reichte der Entwickler die Machbarkeitsstudie zur Vorbereitung des Baus eines Hotels am Standort Buiten de Waterpoort ein. Die Unterlagen wurden von der Gemeinde geprüft und genehmigt. Es wurde entschieden, dass die archäologischen Mauerreste (inkl. Turm) vor Ort erhalten bleiben, wobei durch zusätzliche archäologische Untersuchungen eine Abtragung der Mauerreste bis zu einer Höhe von 2.93 Metern +NAP möglich ist. Die heute oberirdischen archäologischen Mauerreste werden im Boden des Hotels integriert und sichtbar gemacht. Dies bedeutet, dass der Bauträger nach Abschluss der zusätzlichen archäologischen Untersuchungen mit dem Bau des Hotels beginnen kann.

Stadtrat Rijsdijk: „Als Stadtverwaltung freuen wir uns über diese gründliche Recherche, denn sie liefert wichtige Erkenntnisse zur Stadt und ihrer Geschichte.“ Die baugeschichtliche Forschung erwähnt eine Burgmauer, die auch eine Funktion im Rahmen der Stadtverteidigung hatte. Es bestätigt frühere Annahmen, darunter Menno van Coehoorn-Stiftung basierend auf alten Bildern und Karten. Dies ist ein weiteres Puzzleteil aus dem umfangreichen Bodenarchiv unserer Stadt. Die veränderte Sichtweise (von der Stadtmauer zur Burgmauer) hat jedoch keine Konsequenzen für die Art und Weise, wie wir mit der Mauer umgehen wollen. Dabei ist es möglich und auch wichtig, die Mauerreste gut in die Struktur zu integrieren.“

Warum diese Entscheidung?

Weitere baugeschichtliche Untersuchungen belegen, dass eine Burgmauer vorhanden ist, die ebenfalls eine Funktion im Rahmen der Stadtverteidigung hatte. Es muss daher Teil der (südlichen) Verstärkung der Schloss Blauer Turm Sind. Die Burg kann daher nicht losgelöst von der spätmittelalterlichen Befestigungsanlage betrachtet werden, die die Stadt umgab. Die Überreste sind daher von überörtlicher Bedeutung. Der Vorstand bleibt weiterhin zur Entscheidung befugt. Die gefundenen Mauerreste wurden bereits als „erhaltungswürdig“ eingestuft. Ob es sich um eine Burgmauer oder eine Stadtmauer handelt, ist der niederländischen Denkmalschutzbehörde (RCE) egal. Für die RCE ist insbesondere die Burg selbst (der Wohnturm bzw. Donjon) von Bedeutung, die vor Ort nicht gefunden wurde. Der Zonenvorschlag hat die volle Zustimmung des RCE. Nach einer Probegrabenuntersuchung empfahl SOB Research, den Standort möglichst weitgehend auf dem Gelände selbst zu erhalten und, wo möglich, den Bauplan dahingehend anzupassen. Auch das wird getan.

Machbarkeitsstudie Hotel Buiten de Waterpoort, Plan und Ansicht der Kanalseite der Mauer, mit den verschiedenen Bauphasen in Farbe

Plan und Ansicht der Kanalseite der Mauer mit den verschiedenen Bauphasen in Farbe

Die zusätzlichen baugeschichtlichen Recherchen waren notwendig, um Informationsverluste durch die Entfernung von Teilen der Mauerreste (0 bis maximal 35 Zentimeter) zu vermeiden. Der betreffende Teil der Mauerreste wird aus dem Kontext gerissen und steht dann für zukünftige Forschungen nicht mehr zur Verfügung. Man entschied sich, die archäologischen Überreste nicht mit den Fundamentbalken zu durchqueren, sondern dies technisch anders zu lösen. Dadurch werden die archäologischen Überreste noch besser erhalten.

Die Gemeinde betrachtet es als großen Gewinn, dass sich so viele Menschen an dem archäologischen Fund Buiten de Waterpoort beteiligen. Durch diesen Input wurden die archäologischen Untersuchungen weiter vertieft und durch Experten ergänzt, was zu einer höheren Qualität geführt hat. Zu Beginn des Prozesses reichten zahlreiche Personen Kommentare und eine Petition ein. Der Vorstand hat alle diese Unterlagen in seine Überlegungen einbezogen. Die Antragsteller erhalten eine offizielle Antwort der Gemeinde.

Grund für die Machbarkeitsstudie

Am 4. Juli 2017 erteilte der Vorstand dem Bauträger nach Konsultation mit dem Gemeinderat am 21. Juni 2017 die Genehmigung zur Durchführung einer Machbarkeitsstudie. Diese Untersuchung besteht aus: einer zusätzlichen bauhistorischen Untersuchung, einem Bericht mit Kontrollbohrungen, dem modifizierten Pfahl- und Fundamentplan, einem Plan zur Methode zur Integration der Wandreste in den Boden und einigen künstlerischen Impressionen. Diese Untersuchung sollte zeigen, ob es möglich ist:

  • den Fundament- und Pfahlplan des Hotelneubaus an die bestehenden archäologischen Mauerreste im Untergrund anzupassen;
  • die heute oberirdisch im Boden des Hotels liegenden archäologischen Mauerreste einzubeziehen und sichtbar zu machen. Dies, nachdem die archäologischen Überreste auf einer Höhe von 2.93 Metern über NAP (Oberkante des Bodens) fertiggestellt waren. Hierzu werden örtlich 0 bis maximal 35 Zentimeter der Mauerreste abgetragen. Dem Bauträger wurde zugesichert, dass er diese vereinbarte Option bei entsprechender Machbarkeit umsetzen darf.
 
Hundertmark, HFG (2017)Festung oder Burg? Zusätzliche baugeschichtliche Forschung archäologische Ausgrabung Buiten de Waterpoort 2-6 in Gorinchem, Oss. Hundertmark, HFG (2017)
Festung oder Burg? Zusätzliche baugeschichtliche Forschung archäologische Ausgrabung Buiten de Waterpoort 2-6 in Gorinchem, Oss.
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